LiLi – Linke Liste

„Den Pessimismus organisieren“
(Walter Benjamin)

Wir organisieren uns gemeinsam, um für ein anderes Studieren, Arbeiten und Leben zu streiten. Gegen herrschende Verhältnisse. Gegen vermeintliche Sachzwänge. Für Widerstand gegen Sozialabbau und die Ökonomisierung der Bildung. Die einzelnen Gruppen verfolgen unterschiedliche politische Schwerpunkte und Zielsetzungen, verfügen jedoch über folgenden Grundkonsens: Wir verstehen uns als feministisches, antikapitalistisches und antirassistisches Wahlbündnis und treten Faschismus und Antisemitismus offensiv entgegen. Unser Engagement beschränkt sich nicht allein auf die Hochschulebene. Die Uni stellt nicht, wie manche behaupten, eine von der gesamtgesellschaftlichen Realität abgegrenzte Institution dar. Dies zeigt sich konkret an aktuellen, die Hochschule betreffenden Entwicklungen. An der Diskussion um die Bologna-Reformen und der Umwandlung der Goethe-Uni in eine Stiftungsuniversität etwa wird der Zusammenhangder Umstrukturierung der Uni mit den in allen gesellschaftlichen Bereichen feststellbaren Tendenzen hin zu Privatisierung und Individualisierung von Verantwortung deutlich. Die Verlagerung des Campus auf das IG-Farben-Gelände sowie die begeisterte Teilnahme an der Exzellenzinitiative sind Ausdruck einer Verschiebung der Funktion der Unis von (zumindest offiziell) öffentlichen Bildungseinrichtungen hin zu zugangsbeschränkten Ausbildungsstätten für die akademische Masse auf der einen und exklusiven Forschungszentren für einige Wenige auf der anderen Seite. Mit einem auf die universitäre Ebene beschränkten Blick können diese Entwicklungen nicht in ihrem Kontext erfasst werden und ‚‘Kritik‘‘ reduziert sich auf einen Abwehrkampf, der Zustände verteidigt, die wiederum selbst zu kritisieren sind.

Dementsprechend will die LiLi nicht „Politik im Parlament“ spielen: Wir sind nicht repräsentativ und wir lassen uns nicht repräsentieren. Vielmehr geht es darum, die bestehenden Herrschaftsverhältnisse zu kritisieren, über sie hinaus zu denken und für eine selbstbestimmte Politik einzutreten.

Es gibt kein richtiges Leben im falschen,
aber die richtige Liste.